Nesselsucht bei Pferden
1/3/20263 min read
Fazit: Nesselsucht als Chance verstehen
Nesselsucht ist selten „nur eine Hautreaktion“. Sie ist vielmehr ein Signal, das uns zeigt, dass der Körper Unterstützung braucht. Wer bereit ist, genauer hinzusehen, kann nicht nur die Quaddeln lindern, sondern die Gesundheit des Pferdes langfristig verbessern.
Ein ganzheitlicher Ansatz bedeutet:
Ursachen erkennen
den Stoffwechsel entlasten
das Immunsystem regulieren
individuell begleiten statt pauschal behandeln
So wird aus einem akuten Problem ein wertvoller Hinweis auf den Weg zu mehr Balance und Wohlbefinden.
Sollte dein Pferd von diesen Symptomen betroffen sein, handle mit Bedacht. Lasse dich von einem Tierheilpraktiker, Tierarzt oder einer Fachperson beraten und unterstützen, um die Ursache zu behandeln.
Nesselsucht beim Pferd –
aus naturheilkundlicher Sicht
Nesselsucht (Urtikaria) ist für viele Pferdebesitzer ein beunruhigender Anblick: plötzlich auftretende Quaddeln, Schwellungen am Körper, manchmal begleitet von Juckreiz oder Unruhe. Oft erscheinen sie scheinbar „aus dem Nichts“ – und verschwinden ebenso schnell wieder. Doch auch wenn die Symptome häufig harmlos wirken, lohnt sich ein genauerer Blick.
Aus Sicht der Naturheilkunde ist die Nesselsucht kein Zufall, sondern ein Zeichen dafür, dass der Organismus des Pferdes aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Was ist Nesselsucht beim Pferd?
Bei der Nesselsucht handelt es sich um eine akute Hautreaktion, bei der es zu lokalen Schwellungen der Haut kommt. Diese entstehen durch eine vermehrte Freisetzung von Histamin, wodurch Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe austritt.
Typische Symptome sind:
plötzlich auftretende, erhabene Quaddeln
unterschiedliche Größen, oft über den ganzen Körper verteilt
meist schmerzlos, manchmal juckend
In der Schulmedizin wird Nesselsucht häufig als allergische Reaktion eingeordnet. Die naturheilkundliche Betrachtung geht jedoch einen Schritt weiter.
Die Haut als Spiegel der inneren Balance
In der Tierheilkunde gilt die Haut als Ausscheidungs- und Spiegelorgan. Zeigt sie Symptome, ist das oft ein Hinweis darauf, dass innere Organe – insbesondere Leber, Darm und Immunsystem – überlastet sind.
Nesselsucht kann entstehen, wenn:
der Stoffwechsel nicht mehr ausreichend entlasten kann
das Immunsystem überreagiert
belastende Stoffe nicht mehr korrekt abgebaut werden
Die Haut übernimmt dann gewissermaßen eine „Notlösung“.
Mögliche Auslöser aus ganzheitlicher Sicht
Die Ursachen sind meist multifaktoriell. Häufig beobachte ich in der Praxis:
1. Fütterungsbedingte Reize
plötzlicher Futterwechsel
minderwertiges Heu oder Silage
Schimmelpilzbelastung
Zusatzstoffe, Melasse, synthetische Mineralfutter
2. Überlastete Leber
Die Leber ist zentral für Entgiftungsprozesse. Ist sie überfordert, reagiert der Körper oft über die Haut.
3. Darmungleichgewicht
Ein gestörter Darm kann das Immunsystem fehlsteuern. Gerade nach Wurmkuren, Medikamentengaben oder Stress ist das häufig zu beobachten.
4. Umweltfaktoren
Insektenstiche
Pollen
Reinigungs- oder Pflegemittel
Stress (Stallwechsel, Training, Herdenveränderungen)
Ganzheitliche Unterstützung bei Nesselsucht
Die naturheilkundliche Begleitung zielt darauf ab, den Körper wieder in seine Selbstregulation zu bringen.
1. Entlastung der Leber
Die Leber spielt eine Schlüsselrolle bei Hautproblemen. Bitterstoffe und leberunterstützende Kräuter können hier sinnvoll sein – immer individuell abgestimmt.
2. Unterstützung des Darms
Ein stabiler Darm bedeutet ein stabiles Immunsystem. Schleimhautschützende Pflanzen, sanfte Bitterstoffe oder präbiotische Komponenten können helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
3. Anpassung der Fütterung
Oft reicht es schon, die Ration zu vereinfachen:
wenige, hochwertige Komponenten
keine unnötigen Zusatzstoffe
gutes, staubfreies Raufutter
4. Stressreduktion
Stress wirkt sich direkt auf das Immunsystem aus. Ruhe, regelmäßige Bewegung und stabile Abläufe sind wichtige Heilfaktoren, die häufig unterschätzt werden.
Warum reine Symptombekämpfung oft nicht ausreicht
Cortison oder Antihistaminika können die Quaddeln schnell verschwinden lassen – sie unterdrücken jedoch lediglich das Symptom. Die eigentliche Ursache bleibt bestehen und äußert sich häufig erneut oder in anderer Form.
Aus ganzheitlicher Sicht ist es daher wichtig:
nicht nur die Haut zu beruhigen, sondern den Organismus insgesamt zu entlasten und zu regulieren.
Die Rolle von Kräutern – mit Bedacht eingesetzt
Kräuter können wertvolle Helfer sein, sollten aber nicht wahllos eingesetzt werden. Jedes Pferd reagiert unterschiedlich, und nicht jedes „Hautkraut“ passt zu jedem Tier.
Aus tierheilpraktischer Sicht gilt:
Die richtige Kräuterauswahl richtet sich nicht nach dem Symptom allein, sondern nach dem gesamten Pferd.
Alter, Stoffwechseltyp, Vorerkrankungen und aktuelle Belastungen müssen immer mit einbezogen werden.
Wann tierärztliche Abklärung notwendig ist
So wertvoll die Naturheilkunde ist – es gibt Situationen, in denen eine sofortige tierärztliche Abklärung unerlässlich ist:
Atemnot
starke Schwellungen im Kopf- oder Kehlbereich
Fieber
allgemeine Schwäche oder Kreislaufprobleme
Ganzheitliche Arbeit schließt die Schulmedizin nicht aus – sie ergänzt sie sinnvoll.












