Hufrehe, was ist das überhaupt?
1/25/20263 min read
Fazit: Hufrehe und die inneren Dysbalancen.
Hufrehe ist eine komplexe Erkrankung, die Fachwissen, Aufmerksamkeit und ein ganzheitliches Verständnis erfordert. Wenn Sie die Vorgänge im Körper und im Huf verstehen, können Sie frühzeitig reagieren und Ihrem Pferd langfristig Lebensqualität erhalten.
In weiteren Beiträgen informiere ich Sie ausführlich über Ursachen, Symptome, Fütterung und naturheilkundliche Begleitmöglichkeiten bei Hufrehe.
Sollte dein Pferd von diesen Symptomen betroffen sein, handle mit Bedacht. Lasse dich von einem Tierheilpraktiker, Tierarzt oder einer Fachperson beraten und unterstützen, um die Ursache zu behandeln.
Hufrehe - Was ist das und was passiert überhaupt?
Hufrehe ist eine ernstzunehmende Stoffwechsel- und Entzündungserkrankung, die für betroffene Pferde mit starken Schmerzen und langfristigen Folgen verbunden sein kann.
Für Pferdehalter:innen ist sie oft beängstigend – umso wichtiger ist mir ein fundiertes Verständnis, frühzeitiges Erkennen und ein ganzheitlicher Blick auf das Pferd.
Als Tierheilpraktikerin ist es mir ein Anliegen, nicht nur Symptome zu betrachten, sondern die Zusammenhänge im Körper zu verstehen.
In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen verständlich und fachlich fundiert, was Hufrehe ist und was dabei im Körper und im Huf Ihres Pferdes geschieht.
Hufrehe – eine Erkrankung des gesamten Pferdes
Hufrehe (medizinisch Laminitis) ist eine entzündliche Erkrankung der Huflederhaut. Diese hochsensible Struktur verbindet das Hufbein mit der Hornkapsel und trägt das gesamte Gewicht des Pferdes.
Wichtig zu wissen: Hufrehe ist keine reine Hufkrankheit. In den meisten Fällen liegt die Ursache in einer Störung des Stoffwechsels, des Hormonhaushalts oder des Kreislaufs. Der Huf reagiert dabei als eines der empfindlichsten Organe des Pferdes.
Die Bedeutung der Huflederhaut
Im Inneren des Hufs befindet sich ein fein abgestimmtes Halte- und Aufhängungssystem. Die sogenannte Lamellenschicht (Blättchenschicht) sorgt dafür, dass das Hufbein stabil in der Hornkapsel aufgehängt ist.
Diese Struktur ist:
extrem fein aufgebaut
sehr gut durchblutet
hochsensibel gegenüber Entzündungen und Stoffwechselveränderungen
Bereits geringe Störungen können dazu führen, dass dieses System aus dem Gleichgewicht gerät.
Was passiert im Körper des Pferdes bei Hufrehe?
Der Beginn einer Hufrehe liegt fast immer außerhalb des Hufs. Häufige Auslöser sind unter anderem:
eine übermäßige Aufnahme von Zucker oder Fruktanen (z. B. durch Weidegras)
Stoffwechselerkrankungen wie EMS oder PPID (Cushing)
starke Entzündungsprozesse, Infektionen oder Vergiftungen
Stress, Schmerzen oder schwere Allgemeinerkrankungen
Diese Faktoren können dazu führen, dass entzündungsfördernde Botenstoffe freigesetzt werden. In der Folge kommt es zu einer Fehlregulation der feinen Blutgefäße, insbesondere in der Huflederhaut.
Die Durchblutung wird gestört, die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen ist nicht mehr optimal – ein entscheidender Faktor bei der Entstehung der Hufrehe.
Veränderungen im Huf – wenn Druck und Entzündung zunehmen
Durch die Entzündung und die gestörte Durchblutung kommt es innerhalb des Hufs zu:
Schwellungen der Huflederhaut
schmerzhaften Entzündungsreaktionen
strukturellen Schäden der Lamellen
Da die Huflederhaut von der festen Hornkapsel umschlossen ist, kann sie nicht ausweichen. Der entstehende Druck im Inneren des Hufs verstärkt die Schmerzen erheblich.
Im weiteren Verlauf kann sich die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel lockern. In schweren Fällen kommt es zu:
einer Rotation des Hufbeins
einem Absinken des Hufbeins
Diese mechanischen Veränderungen stellen eine große Belastung für das Pferd dar und erfordern eine sorgfältige, langfristige Betreuung.
Wann tierärztliche Abklärung notwendig ist
So wertvoll die Naturheilkunde ist – ist bereits bei Verdacht auf Hufrehe, eine sofortige tierärztliche Abklärung unerlässlich!!
Ganzheitliche Arbeit schließt die Schulmedizin nicht aus – sie ergänzt sie sinnvoll.
Warum ist Hufrehe so schmerzhaft?
Die starke Schmerzhaftigkeit der Hufrehe entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
Entzündung der empfindlichen Huflederhaut
erhöhter Druck im Hufinneren
Durchblutungsstörungen
mechanische Belastung durch das Körpergewicht
Viele betroffene Pferde versuchen instinktiv, ihre Vorderhand zu entlasten, verlagern ihr Gewicht nach hinten oder zeigen ein verändertes Bewegungsverhalten.
Hufrehe als wichtiges Warnsignal
Hufrehe ist immer ein Hinweis darauf, dass im Körper des Pferdes eine tiefgreifende Dysbalance besteht. Der Huf zeigt dabei nur das sichtbare Ergebnis innerer Prozesse.
Aus naturheilkundlicher Sicht ist es daher entscheidend, nicht nur lokal am Huf zu arbeiten, sondern:
die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen
den Stoffwechsel gezielt zu unterstützen
Fütterung, Haltung und Bewegung individuell anzupassen
die Hufbearbeitung sinnvoll zu begleiten












